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Natürlich wäre es zuviel hier die gesamte Chronik der Musikkapelle darzulegen. Wir haben uns entschlossen eine "Kurzfassung" abzubilden, die einen Überblick über die Entstehung bis heute wiedergibt.

Durch mündliche Überlieferung wissen wir, dass sich bereits 1847 einige musikbegeisterte junge Menschen zusammentaten, um gemeinsam zu musizieren. Als Gründungsjahr der Musikkapelle allerdings gilt das Jahr 1854. In den folgenden Jahrzehnten soll die Kapelle durchschnittlich 6 - 7 Mann stark gewesen sein. Man befasste sich hauptsächlich mit dem Aufspielen bei Hochzeiten. Ein wichtiger Nachweis musikalischer Betätigung aus der Anfangszeit sind handgeschriebene Notenmappen, aus denen auch die damalige Besetzung hervorgeht: Es-Klarinette, 1. Es-Trompete, 2. Es-Trompete, Althorn, Bombardon, Posaune und Baßtrompete.

Im Jahr 1890 übernahm der Bäckermeister Wunibald Fischbach die Kapelle. Als Probenlokal diente die Backstube des Dirigenten. Von 1914 - 1918 kam infolge des Ersten Weltkrieges das Wirken der Kapelle ganz zum Erliegen, da die meisten Musiker ihre Instrumente mit der Waffe vertauschen mussten. Glücklicherweise kehrten alle Musiker aus dem Krieg zurück, so dass sich die alte Kapelle schon bald wieder formieren konnte.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg beschloss eine Schar junger Männer, neben der schon bestehenden Musikkapelle eine verjüngte Kapelle ins Leben zu rufen. Ihre Ausbildung erhielten diese "Jungmusikanten" von einem alten Vöhringer Musiker namens Thaddäus Fromeld. So bestanden von 1920 bis 1925 in Illerberg zwei Musikkapellen. Gespielt wurde hauptsächlich auf Hochzeiten. Auch in der näheren Umgebung sollen die Musiker recht beliebt gewesen sein.
1920
Im Jahre 1925 kam es dann zum Zusammenschluss der beiden Kapellen. Dirigent blieb bis 1929 Wunibald Fischbach. Derart vergrößert, konnte sich der neu gebildete Klangkörper auch bald an konzertante Musik wagen. Die in den folgenden Jahren erzielte Aufwärtsentwicklung der Kapelle machte es möglich, sich an Musikfesten zu beteiligen, um in freundschaftlichem Wettstreit ihr Können zu zeigen. Dank der hervorragenden musikalischen Qualitäten von Julius Hermann, der das Dirigentenamt von 1929 bis 1931 ausübte, setzte sich der Aufstieg der Kapelle fort.
Seit 1929 erlebte die Musikpflege in Illerberg eine besondere Blüte, war in diesem Jahr auch noch ein Orchester unter Leitung von Julius Hermann aus der Taufe gehoben worden. Die Mehrzahl der Orchestermitglieder gehörte gleichzeitig auch zum Kreis der Blaskapelle. Außer bei Hochzeiten und Tanzveranstaltungen wusste das Orchester auch auf kirchenmusikalischem Gebiet zu gefallen. Wohl deshalb, weil Julius Hermann auch dem neu gegründeten Orchester als Dirigent vorstand, übergab er bereits 1931 seinen Dirgentenstab an Anton Strobel.

Anton Strobel, ein begabter und engagierter Musiker, führte die begonnene Arbeit konsequent fort, so dass es unter seiner Leitung weiter aufwärts ging. Als Probenlokal hatte seit 1929 Julius Hermann seine Schreinerwerkstatt zur Verfügung gestellt. Um 1938 wies die Kapelle 19 aktive Musiker auf und spielte bei Hochzeiten, Tanzfesten, Gartenfesten auf dem Kellerberg sowie bei kirchlichen und weltlichen Feiern.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte auch die Tätigkeit der Blaskapelle fast zum Erliegen, da ein Großteil der Aktiven zur Wehrmacht einberufen wurde. Erst ab 1947 formierte sich auf allgemeinen Wunsch der alten Musiker nach und nach wieder eine Kapelle. Erster öffentlicher Auftritt war eine Hochzeit in Hittistetten, die in kleinster Besetztung gespielt wurde. In gleichem Maße wie sich in den Jahren nach dem Krieg der wirtschaftliche Wiederaufbau vollzog, nahm auch die Pflege der Musik in Illerberg/Thal einen neuen Aufschwung. Der Taktstock war in der Hand von Anton Strobel verblieben. Junge Kräfte wurden in den Stamm der Kapelle eingegliedert, und aus den Reihen der Heimatvertriebenen, die in Illerberg/Thal eine neue Bleibe gefunden hatten, stießen weitere begabte Musiker zur Kapelle.
1950
Die folgenden Jahre sind durch zunehmende Aktivitäten der Kapelle gekennzeichnet. Unter der musikalischen Leitung von Anton Strobel ging die Aufwärtsentwicklung der Kapelle stetig voran. Aushilfsweise führten in diesen Jahren auch Ernst Gebert (Hegelhofen), Hauptlehrer Johann Gutter und Kapellmeister Heinrich Tittus (Weißenhorn) den Dirigentenstab.

1954 wurde das 100jährige Bestehen der Blaskapelle gefeiert. Nach dem Jubiläum legte Anton Strobel den Dirigentenstab aus der Hand. In Anerkennung seiner 31jährigen Tätigkeit als Dirigent und Vorstand in Personalunion wurde er zum Ehrendirigenten ernannt.

Als neuer Dirigent konnte Anton Bucher gewonnen werden. Zu dieser Zeit zeichnete sich bereits ein gewisser Umbruch in der Kapelle ab. Mehrere ältere Kameraden verabschiedeten sich als aktive Musiker. So stand der Kapelle ein gewisser Neuaufbau bevor. Dirigent Anton Bucher ging sofort daran, Nachwuchs auszubilden. Schon bald konnten hervorragende Jungmusiker in die Kapelle eingegliedert werden. So ist die "Ära Bucher" gekennzeichnet durch eine stetige Aufwärtsentwicklung der Kapelle, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Unter seiner Leitung wurden in den kommenden Jahren wieder regelmäßig Konzerte veranstaltet. Eine Rückschau auf die Programme zeigt, dass sich das Orchester mehr und mehr auch an schwierige Werke heranwagte, was auf intensive Probenarbeit und ein beachtlich hohes Leistungsniveau schließen lässt.
1962
Zum Ende des Jahres 1963 beendete Anton Bucher aus gesundheitlichen Gründen seine 10jährige Tätigkeit als Dirigent und übergab den Dirigentenstab an Franz Hermann.

Franz Hermann war sich von Anfang an seiner schweren Aufgabe bewusst, das erreichte musikalische Können der Musiker zu erhalten und das Werk seines Vorgängers fortzusetzen. So machte sich Franz Hermann, dem die musikalische Begabung schon in die Wiege gelegt wurde, sofort mit großer Energie und viel Ehrgeiz an die Arbeit. Die Erfolge sollten nicht lange auf sich warten lassen. Neben sehr gelungenen Konzerten wagte sich Franz Hermann mit seinen Musikern im Sommer 1965 beim Bezirksmusikfest in Bubenhausen erstmals in die Oberstufe, die bis zu diesem Zeitpunkt ein "Vorrecht" für Stadtkapellen war. Dieser musikalische Höhenflug sollte weiter anhalten. 1967 trat die Kapelle beim 11. Bundesmusikfest des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes in Memmingen auf. Mit einem "1. Rang mit Auszeichnung" hatte ein neutrales Schiedsgericht die Musikkapelle Illerberg-Thal unter die besten Kapellen Schwabens eingereiht.
Wappen der MKI ab 2005

In dieser Zeit hatte das Orchester mehr und mehr den Weg zur konzertanten Musik beschritten. Konsequent hielt Orchesterchef Hermann am konzertanten Stil gehobener Unterhaltungsmusik fest. Das anhaltend hohe musikalische Niveau zeigte sich auch in der überaus erfolgreichen Teilnahme an Wertungsspielen, die regelmäßig besucht wurden. Auch das Experiment, neue Formen des Musizierens zu finden, konnte als gelungen bezeichnet werden. So wurden neben dem "Hobby Salon Orchester" (Big Band) auch eine Dixielandbesetzung sowie eine Oberkrainer-Besetzung dem Publikum präsentiert.
1974
Vom 8 - 10. Juni 1979 feierte die Musikkapelle Illerberg-Thal ihr 125jähriges Bestehen mit einem Bezirksmusikfest.

Es würde den Rahmen dieses geschichtlichen Rückblicks sprengen, wollte man alle Veranstaltungen und öffentlichen Auftritte der Kapelle in den folgenden Jahren aufzählen. Höhepunkte im Jahresablauf bildeten die regelmäßig abgehaltenen Frühjahrs- und Weihnachtskonzerte. Die Mitwirkung bei kirchlichen Festen, wie die Teilnahme beim Fronleichnamsumzug, an Allerheiligen sowie die musikalische Umrahmung der Gefallenenehrung am Heldengedenktag seien hier nur am Rande erwähnt.

Als kulturtragender Verein zeigte sich die Kapelle auch altem Brauchtum gegenüber stets aufgeschlossen. Das Aufstellen des Maibaumes, das Funkenfeuer, der Martinsumzug wären ohne die musikalische Umrahmung durch die Blaskapelle wohl kaum denkbar. Gleichzeitig beteiligte sich die Kapelle, wann immer erwünscht, an gemeindlichen Höhepunkten.

Die Ausbildung des Nachwuchses war stets ein großes Anliegen der Musikkapelle.So hatten auch fast alle derzeitigen Musiker ihre musikalische Ausbildung von Franz Hermann erhalten.
1986


Die Ära Franz Hermann, in der er maßgeblich und mit unglaublichem Engagement die Geschicke der Musikkapelle Illerberg-Thal zu einem großen Teil bestimmte und ihr einen gewissen Namen für qualitative, innovative und immer etwas andere Blasmusik, weg von der jeweiligen Norm, schuf, endete nach 35 Jahren Tätigkeit als Dirigent der Musikkapelle Illerberg-Thal im Dezember 1999 mit seiner Verabschiedung in den Ruhestand. Er wurde zum Ehrendirigenten der Kapelle ernannt und blieb auch weiterhin aktiv als Ausbilder des musikalischen Nachwuchses sowie als Leiter der Hochzeitsmusik und der Mountain-Dixies.

2003

 

Ab 2000 konnte die Kapelle in Joachim Plocica einen neuen engagierten und fähigen Dirigenten finden. Mit seiner Vorliebe für konzertante Blasmusik knüpfte er an die traditionelle Richtung der Musikkapelle Illerberg/Thal an und wusste seine Begeisterung an der Musik sowohl auf die Musiker als auch auf das Publikum zu übertragen. Er war es auch, der die Notwendigkeit einer Jugendkapelle ins Gespräch brachte.
So entstand Mitte 2002 die Jugendkapelle, in der der Nachwuchs begleitend zur Ausbildung unter der Leitung von Kathrin Reich auf das gemeinsame Musizieren in der Musikkapelle vorbereitet wurde.

Anfang 2006 schlossen  sich die beiden Jugendkapellen aus Illerberg und Wullenstetten zu einer gemeinsamen Jugendkapelle zusammen.

Bei der Generalversammlung im Januar 2007 fand ein Generationswechsel in der Vorstandschaft statt.
Gregor Kuhn gab nach neun Jahren seinen Posten als 1. Vorsitzender an  Martin Miller ab.

Nach einem ereignisreichen Jahr verabschiedete sich Joachim Plocica im Herbst 2007 von der Kapelle.  Auch bei der Jungmusikerausbildung gab es Veränderungen. Der Instrumentalunterricht wird seitdem von professionellen Musiklehrern vor Ort übernommen, da Franz Hermann als Ausbilder aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste.

Musikkapelle IllerbergThal

Bild: Foto-Club Illerberg/Thal e.V. (Oktober 2007)

 

Ab September 2007 schwang Oliver Doneck den Dirigentenstab. In seinen knapp zwei Jahren als Dirigent der Musikkapelle lag sein besonderes Augenmerk auf dem Zusammenspiel der einzelnen Register und natürlich des gesamten Orchesters. Im August 2009 trennten sich die Wege von Oliver Doneck und den Illerberger MusikerInnen.

 

Bereits seit Mitte Oktober 2009 steht Michael Werner am Dirigentenpult. Er bringt seitdem jede Woche gute Laune, neue Ideen und Motivation mit nach Illerberg.

 

Musikkapelle Illerberg/Thal

Bild: Foto-Club Illerberg/Thal e.V. (April 2009)