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Mit Herzblut durch ein anspruchsvolles Programm

Zugaben der Musikkapelle Illerberg-Thal für begeisterte Zuhörer Von ZEDO

Konzert 2011

Vöhringen In der fast voll besetzten Mehrzweckhalle in Illerberg-Thal bot die Musikkapelle den Zuhörern einen besonderen musikalischen Genuss. Beteiligt daran war Dirigent Michael Werner, der den Klangkörper jetzt zwei Jahre leitet. Mit Herzblut dirigierte er durch das anspruchsvolle Programm.

Souverän führte Barbara Brechtel durch das breit gefächerte Musik-Repertoire. Der erste Teil des Abends war der Schweißtreibendste. Er forderte den 33 Musikern, davon auch Gastmusiker aus anderen Kapellen, alles ab. Alle vier Stücke im ersten anspruchsvollen Musikblock beinhalteten Rhythmik und enormen Tempowechsel. Aktuelle Blasorchesterwerke wie „Imagasy“ ein Name zusammengesetzt aus den Worten Vernunft und Fantasie von Thiemo Kraas, wurden mit Bravour und purer Dynamik gegeben. Danach ging es in die Welt von Transsilvanien. Es kroch einem der kalte Schauder über den Rücken beim Stück „Tanz der Vampire“. Das Stück „A Journey to Riva“ dagegen vermittelte eine freudige, positive Stimmung. Markus Miller präsentierte ein einwandfreies Trompetensolo. Gerne möchte die Musikkapelle diese Freude und den Spaß an der Musik an Jugendliche weitergeben. „Im Mai wird es eine Info-Veranstaltung geben, an der für interessierte Eltern und Kinder, das Angebot für eine Instrumentalausbildung vorgestellt wird“, versprach Vorsitzender Martin Miller. Die Kinder und Jugendlichen könnten dort jedes Instrument ausprobieren.

Am Ende des ersten Musikblockes das Pflichtstück „Fate of the Gods“ von Steven Reineke. Düstere Weltuntergangsstimmung aus der nordischen Mythologie wurde durch die Instrumente erzeugt sowie die danach leichte und beschwingte Idylle, die eine neu erschaffene Welt zeigt.

Die schön geschmückte Bühne erstrahlte für den zweiten beschwingteren Teil des Abends. Es erklang das Stück „Paula“ von Hans-Jürgen Buchner leicht, locker und spritzig. Die tragende Rolle beim Stück „They can‘t take that away from me“ hatte das Saxofon. Dieses wurde von Doris Grathwohl fantastisch und mit Feingefühl gespielt. Die Zuschauer waren begeistert von ihrem Können und dankten ihr dafür mit einem lauten Applaus.

Die Reise ging weiter in den Jazzclub „Birdland“ mit der Aufforderung von Barbara Brechtel „klatschen ist erlaubt.“ Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Manche Stücke sind für das Spielen im Bereich der Blasmusik nicht leicht umzusetzen. Der Titel „The Girl from Ipanema“ meist mit Gitarre begleitet und von vielen berühmten Künstlern, wie auch von Sinatra, schon gesungen, verlangt einer Musikkapelle viel ab. Die Illerberger meisterten diesen Part souverän. Das i-Tüpfelchen war die Soloeinlage von Saxofonspieler Alexander Pelzl. Ein Neuzugang in der Kapelle, der Rhythmus im Blut hat, das selbst der Dirigent applaudierte. Beim Stück „Sir Duke“ - herausragend das Dixi Trio mit Veronika Brechtel (Klarinette), Martin Miller (Trompete), Evelyn Birzele (Posaune) - blieben die Besucher nicht mehr ruhig auf dem Platz sitzen. Das schönste Geschenk an diesem Abend war der nicht enden wollende Applaus des Publikums, der nach einer Zugabe verlangte.

Mit dem Satz des Dirigenten Werner „nicht das Sie denken, wir können nur das amerikanische Zeug“, begann der deutsche Teil der Blasmusik.

Vorsitzender Miller beglückwünschte zwei Musiker und den Dirigenten, die einen runden 30er hatten und Gregor Kuhn, der seinen 60er feiern durfte. Der Satz eines Besuchers, „Die machen Ernst und hören auf“ zeigte, dass es keinem langweilig geworden war und er gerne noch mehr Musikstücke gehört hätte. (zedo)