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„Mach’s wie Gott und werde Mensch“

Illerberger Vereine schenken in der Adventszeit Besinnung und Muße




Das Illerberg/Thaler Adventskonzert bot inmitten vorweihnachtlicher Betriebsamkeit Ruhe und Besinnung. Im Bild der Männergesangverein mit Dirigentin Hannelore Lux, dahinter etwas versteckt die Musikkapelle Illerberg-Thal.
Foto: Ursula Katharina Balken



Vöhringen Jeder ächzt und klagt über den Vorweihnachtsstress. Stunden der Besinnung haben Seltenheitswert bekommen. Aber es gibt diese Muße zum Nachdenken noch, man muss sie nur suchen. Finden konnte man sie beim Illerberger Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Martin. Dort gab es nicht nur eine musikalische Einstimmung auf das Hochfest Christi Geburt, sondern auch die Vereine zeigten trotz aller Verschiedenheit wieder einmal mehr ihren Sinn für eine fest gefügte Gemeinschaft.

Herbert Pressl an der Orgel stimmte auf das Konzert kraftvoll mit „Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit“ von Otto Brieger ein. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erklang noch die farbig registrierte „Aria Pastorella“ von Rathgeber und das selten zu hörende „Troisième Sortie D-Dur“ von César Franck. Die positive musikalische Entwicklung der Musikkapelle Illerberg-Thal mit Michael Werner am Pult wurde mit „Jesus Joy of Mans Desiring“, von Philip Sparke, der die Kantate 147 von Bach („Jesus bleibet meine Freude“) bearbeitet hatte, deutlich.

Auch das wuchtige „St. Thomas-Choral“ von Pavel Stanek wie „La Storia“ von Jacob de Haan setzten bemerkenswerte Akzente. Der Männergesangverein Illerberg-Thal wartete mit einer besonderen Überraschung auf. Nach dem Entree „Geh’ ruf es von den Bergen“ erklang der altrussische Kirchengesang „Dir singen wir“ in russischer Sprache.

Dank Dirigentin Hannelore Lux gelang eine Interpretation, die sich stark an den typischen russischen Chorgesang anlehnt, der für diese Chöre so charakteristisch ist - tiefer, satter, sonorer Klang. Mit dem Lied „Heilige Nacht“ verabschiedete sich der MGV.

„Diagonal“ ist eine Formation, die aus der Band „Epheta“ hervor gegangen ist. „The Rose“ von Amanda McBroom und „The little Craddle“, ein traditionelles Lied, aus Louisiana und Georgia stammend, waren sensible Gesangsbeiträge. Das Alphorntrio aus Illerzell mit „Uf em Dosse“, „Dr alte Dengler“ und mit dem „Engelberger Echo“ verbreitete alpenländische „Hoimeligkeit.“

Jugendliche Stimmen ersingen sich die Sympathie der Zuhörer

Ein neuer Name für ein zehn Jahre altes Ensemble ist „Stimmwerk“ unter Leitung von Stefanie Bilmayer-Frank. Dieser vom MGV gegründete Jugendchor ist in der kulturellen Szene Illerberg unverzichtbar geworden. Die jugendlichen Stimmen „ersangen“ sich die Sympathie der Zuhörer mit „For the widows in paradise“ von Sufjan Stevens und dem nordischen Kirchenlied „Kirken, den er het gammelt hus“ von Ludvig Mathias Lindeman. Stimmgewaltig klang „Bless the Lord“ durchs Kirchenschiff, gemeinsam vom Männergesangverein und „Stimmwerk“ gesungen.

Zum Schluss stimmten die Besucher „Macht hoch die Tür“ an. Martin Lieble, Kirchenpfleger, gab dem Konzert die besondere Note durch besondere Texte wie „Mach’s wie Gott und werde Mensch“, „Was fehlt zum Frieden“ und „Gedanken einer Kerze.“ Auf Eintritt war verzichtet worden, dafür wurden um Spenden gebeten, damit der Innenraum der Kirche saniert werden kann. (zg)