Anmelden

 


Musikkapelle Illerberg feiert ihr 160. Gründungsfest


Von Ursula Katharina Balken


2014 04 05 NUZDas ist die Musikkapelle Illerberg-Thal im Jahr 1962. Am kommenden Freitag feiert sie mit einem großen Konzert ihr
160. Gründungsfest, verbunden mit Wertungsspiel und Partyabend.


160 Jahre und so frisch wie eh und je. So präsentiert sich die Musikkapelle Illerberg-Thal auch in hohem Alter. Sie feiert das Jubiläum am Freitag, 11., und Samstag, 12. April, in der Illerberger Mehrzweckhalle mit großem Konzert, Wertungsspiel und Partyabend.

Mündlich ist überliefert, dass sich bereits 1847 vor der offiziellen Gründung der Musikkapelle im Jahr 1854 junge Männer mit Freude an der Musik zusammengefunden hatten, um gemeinsam zu musizieren. Ein wichtiger Nachweis musikalischer Betätigung aus den Gründerjahren sind die handschriftlichen Aufzeichnungen und von Hand geschriebene Notenmappen von Gregor Jehle. Daraus geht hervor, dass die Kapelle mit Klarinette, Trompeten, Althorn, Bombardon, Posaune und Basstrompete besetzt war.

Die Zeiten, in denen geprobt wurde, waren um 1890 für heutige Verhältnisse etwas ungewöhnlich. Die Backstube von Bäckermeister Wunibald Fischbach diente als Probenraum, der Meister persönlich schwang den Taktstock. Gespielt wurde bis zum Ersten Weltkrieg in kleiner Besetzung, sodass auch manchmal Musiker aus den Nachbargemeinden Vöhringen, Bellenberg und Weißenhorn aushelfen mussten.

Während des Krieges kam die Probenarbeit gänzlich zum Erliegen, heißt es in der Chronik. Kurz nach dem Krieg kam es zur Gründung einer zweiten Kapelle im Ort. Junge Illerberger waren die treibende Kraft. Ihre Ausbildung erhielten die Jungmusiker vom Vöhringer Thaddäus Frommeld. Bezahlt wurden die Unterrichtsstunden in Naturalien. Statt Geld gab es Rauchfleisch, Most, Krautköpfe und Rüben. Zwischen 1920 und 1925 gab es in dem kleinen Illerberg gleich zwei Musikkapellen. Gespielt wurde vor allem bei Hochzeiten.

Davon gibt es eine nette Episode. Die Musiker sollten in Ludwigsfeld bei einer Trauung aufspielen. Bevor es zur Feier ging, wurde eifrig gekartelt. Die Musiker waren gar sehr ins Spiel vertieft, sodass der Bräutigam sie auffordern musste, doch endlich den Brautwalzer zu spielen. Einen Illerberger Hitzkopf brachte das so in Rage, dass er sein Horn nahm und es dem Bräutigam auf den Kopf schlug. Das Instrument wurde beschädigt. Welche Blessuren der frisch getraute Ehemann davon trug, ist nicht überliefert. 1925 schlossen sich die beiden Illerberger Kapellen zu einem Orchester zusammen. Langsam aber sicher erspielte sich die Kapelle einen guten Ruf, den Dirigent Julius Hermann weiter festigte.

Und dann wurde auch noch ein Orchester mit Streicherbesetzung gegründet. Dieses Orchester wurde 1937 von Hauptlehrer Xaver Würstle übernommen und entwickelte sich dann zu einem reinen Kirchenorchester. Ende der 60er Jahre löste sich der Klangkörper auf, es fand sich kein Nachfolger, der das Orchester leiten wollte.

Der Zweite Weltkrieg brachte zunächst das Aus für das Blasorchester. Erst von 1947 an formierte sich eine neue Kapelle. Anton Strobel führte die Musiker. 1954 wurde das 100. Gründungsfest gefeiert. Die gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, besonders mit dem MGV Illerberg, wird in der Chronik gelobt.

Eine neue Ära begann mit dem Dirigenten Franz Hermann. Er war äußerst talentiert und hatte das gewisse Gespür für das Besondere. Er machte die Musikkapelle Illerberg-Thal zu einem der führenden Orchester in der Region. Er setzte auf konzertante Blasmusik und hatte ein Faible für Musik aus der Neuen Welt im Big-Band-Sound. 35 Jahre leitete Hermann die Musikkapelle. Ihm folgten Joachim Plocica, Oliver Doneck und jetzt Michael Werner.

Auch heute noch halten die Mitglieder der Kapelle zusammen, es gibt verschiedene Besetzungen, vor allem aber sind die Musiker in Illerberg und Thal beliebt und ihre Konzerte erfreuen sich stets großen Zuspruchs.

 

NUZ 05. April 2014 - Text/Foto: Ursula Balken