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Kapelle Illerberg/Thal feiert 160-jähriges Bestehen mit Konzert und Wertungsspiel



2014 04 14 NUZ3Feuerwerk an Rhythmik: Die Musikkapelle Illerberg/Thal beging ihr 160-jähriges Bestehen mit einem Konzert.


Illerberg/Thal
Mit einem gut besuchten Konzert ist die Musikkapelle Illerberg/Thal am Freitag in die Feierlichkeiten zu ihrem 160-jährigen Bestehen gestartet. Tags darauf standen sich dann 13 Kapellen aus der Region im musikalischen Wettstreit gegenüber. Hier ein Überblick.

Konzert: Alles an diesem Jubiläumskonzert war außergewöhnlich: Ein Programm wie aus einem Guss, eine Musikkapelle, die von der ersten bis zur letzten Note toppräsent war, die eine Spielfreude entwickelte, die sich auf die Zuhörer in der Mehrzweckhalle übertrug und Michael Werner am Pult, der sich zum Schluss bei seinen Musikern „für eine großartige Leistung“ bedankte. Er hatte allen Grund dazu. Jeder Einsatz saß punktgenau, je nach Interpretation entfalteten die Musiker üppiges Klangvolumen, um Takte später ein hauchfeines Piano zu blasen. Die zahlreichern Zuhörer spendeten begeistert Beifall. (ub)

Wertungsspiel: Zwischen Anspannung und Feierlaune bewegten sich am Samstag 13 Musikkapellen aus der Region: Sie nahmen am Wertungsspiel teil, das der Neu-Ulmer Bezirk des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds, ASM, erstmals in Illerberg veranstaltete.

Über den Bezirks-Punktsieg und damit den Pokal freute sich am Abend die Musikkapelle Gerlenhofen, während der Jugendpokal ans Vororchester Meßhofen-Schießen-Biberach ging. In den kommenden Monaten weiterproben wird nun die Schützenkapelle Reutti: Sie hat sich in der Mittelstufe für den Bundesentscheid qualifiziert, der im Oktober in Neu-Ulm ansteht.

Den ganzen Tag über herrschte vor der Illerberger Mehrzweckhalle ein Kommen und Gehen – ambitionierte Blasorchester gaben sich die Klinke in die Hand, um sich vor der Jury zu beweisen. Pflicht- und Selbstwahlstücke waren unter den geschulten Ohren von Julia Schlag, Klarinettistin im Landespolizeiorchester Bayern, Franz Barthold, Ehrenmusikdirektor des Blasmusikverbands Baden-Württemberg und Hans Herle, Musikdirektor in Bad Wurzach, vorzutragen. Das Trio beurteilte die Musik unter anderem nach Intonation und Stilempfinden.

Unzählige Bewertungen haben die Juroren in den vergangenen Jahren vorgenommen – in Illerberg bescheinigten sie sämtlichen Ensembles ein hohes Niveau. „Sie waren überdurchschnittlich gut – da habe ich schon ganz anderes zu hören bekommen“, erklärte Herle. „Ein großes Kompliment muss man außerdem der Organisation machen“, ergänzte er. Diesen Punkt darf auch die Musikkapelle Illerberg/Thal für sich verbuchen, denn deren Helfer waren vom frühen Morgen bis zum späten Abend für die Teilnehmer im Einsatz. „Wir haben diese Gelegenheit im Rahmen unseres Jubiläums gerne genutzt“, sagte Vorsitzender Martin Miller, als rund 450 Musikanten gespannt die Siegerehrung erwarteten. So richtig unzufrieden dürfte kein Ensemble den Saal verlassen haben, schließlich lautete die geringste Punktzahl 84 – bei maximal 100 erspielbaren Punkten nicht gerade eine Schlappe.

„Wir freuen uns wahnsinnig“, erklärte der Gerlenhofener Dirigent Andreas Glatzmaier, dessen Truppe den Bezirkssieg erspielt hatte. Und die Nachwuchsmusikanten Jonas und Simon schleppten als Vertreter des Vororchesters Meßhofen-Schießen-Biberach glücklich ihren Pokal von der Bühne. Der war zwar ordentlich schwer, bekundeten sie, aber insgesamt sei die Sache doch ziemlich gut gelaufen. (ahoi)


NUZ 14. April 2014 - Text: Ursula Katharina Balken/Angela Häusler - Foto: Ursula Katharina Balken