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In den Frühling mit Jazz und Polka

Vöhringen Die Musikkapelle Illerberg-Thal scheint sich zu neuen Höhenflügen aufzuschwingen. Möglich macht dies Michael Werner, der neue Mann am Dirigentenpult des Orchesters. Mit einem außergewöhnlichen Programm steckte Werner seinen Anspruch ab.

So besteht die berechtigte Aussicht, dass die Musikkapelle an ihre früheren Erfolge anknüpfen kann, als Franz Hermann das Orchester zu einem der besten im Umkreis formte.

Vorsitzender Martin Miller sprach eingangs von zwei Premieren. Zum einen präsentierte sich in der Mehrzweckhalle die Musikkapelle mit ihrem neuen Dirigenten, zum anderen stellte sich das Jugendorchester WITA vor, engagiert geführt von Rani Rezek.

„Concert Prélude“ von Philip Sparke steht mit prächtig-markantem Fanfarenklang am Anfang. Kees Vlak ist der Komponist von „The new village.“ Es ist ein vorsichtiges, im zarten Piano gehaltenes Hineintasten in eine friedliche dörfliche Welt, die jäh durch wilde Horden zerstört wird.

Spannung wird durch das Vibrieren der Trommel angedeutet, um dann fast martialische Züge anzunehmen, wirkungsvoll vom Orchester in Szene gesetzt. Elegisch der Mittelteil, von einer gewissen Traurigkeit getragen. Fast ein Stück Programmmusik, bei der alle Register gleichermaßen gefordert sind. Dazu zählen auch die Ausschnitte aus dem Musical „Les Miserables.“

„Appalachian Ouverture“ von James Barnes beendet den ersten Teil. Michael Werner und die Musikkapelle machen daraus ein sinfonisches Tongemälde, farbig nuanciert, mit beeindruckender Dynamik durch forcierte Tempi und effektvollen Synkopenschlägen.

Frühjahrskonzert 2010

Jugendorchester auf der Bühne

Der Mittelteil gehört dem Jugendorchester WITA, das sich aus Jungmusikern aus Aufheim, Wullenstetten und Illerberg zusammensetzt und sich mit „Axel F.“ von Faltermeier ein gelungenes Opening schafft. Von dominierenden Rhythmen bestimmt ist „African Inspirations“ von Markus Götz. Da weht frischer Wind von der Bühne. Dass sich Ted Huggens gerne aus dem Repertoire alter Meister bedient, wird auch bei „Pavane in Blue“ erkennbar, die Melodienbögen sind gut herausgearbeitet wie auch die Anlehnung an die Musik aus dem Frühbarock. Gegenläufige Rhythmen bestimmen „Fascinating Drums“, ebenfalls von Ted Huggens.

Im Element

Die Percussionisten sind in ihrem Element. Mit dem Soundtrack aus der Fernsehserie „Hawaii Five O“ geht die Premiere von WITA zu Ende. Nach dem anerkennenden Applaus ist die Zugabe garantiert.

Den dritten Teil gestaltet wieder die Musikkapelle Illerberg-Thal. Nach dem Konzertmarsch „Arsenal“ von Van der Roost gibt’s was fürs Herz, die schnelle „Katherinen-Polka“ von Kurt Gäble. Bei „Soul Bossanova“ wähnen sich die Besucher in einem Jazzkeller in New Orleans.

Die solistischen Einlagen erhalten den gebührenden Applaus, das Publikum geht prächtig mit. Das motiviert zur fetzigen „Funk Attack“, die das Konzert beschließt. Aber ohne Zugaben lassen die begeisterten Zuhörer die Musiker nicht von der Bühne.

Barbara Brechtel führte charmant durchs Programm. (ub)

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